2. Liga: Erneute Fan-Krawalle bei Hansa Rostock gegen St. Pauli

Logo: Hansa Rostock

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Am Samstag sollte Fußball gespielt werden in Liga zwei. Hansa Rostock gegen den FC St. Pauli lautete die Ansetzung. Schon seit Wochen wurde im Vorfeld über dieses Derby diskutiert und Berichtet. Zu präsent waren die Bilder der vergangenen Partien. Die Ausschreitungen, die Spielunterbrechungen, das Fehlverhalten von Spielern wie Deniz Naki oder Martin Retov und vor allem das Fehlverhalten der „Fans“ beider Vereine. Es wurde Fußball gespielt: Der FC St. Pauli gewann mit 3:1 im Rostocker Ostseestadion und gerne hätten beide Vereine und viele im Umfeld gelesen, dass dabei alles ruhig vonstatten gegangen wäre.

Doch dieser Wunsch konnte wieder einmal nicht erfüllt werden. Was hatten beide Vereine nicht alles im Vorfeld unternommen damit es zu solchen Szenen nicht mehr kommt. Es wurde ein gemeinschaftlicher Appell verfasst, St. Pauli schickte Dutzende eigene Ordner mit an die Ostsee und von allen Seiten wurde versucht den Fans ins Gewissen zu reden.

All dies half nichts. Kurz vor Ende der ersten Hälfte musste Schiedsrichter Guido Winkmann die Partie für zehn Minuten unterbrechen, als erst im Gästeblock, dann im Heimblock bengalische Feuer gezündet wurden und auf die gegnerischen Fans geschossen wurden. Zwar konnte die Partie fortgesetzt werden, doch die gegenseitigen Anfeindungen rissen nicht ab. Nach der Partie gingen die Randale weiter. Ein Shuttelbus der Hamburger wurde von Vermummten angegriffen und mit Steinen beschmissen. Zehn Personen, darunter acht Polizisten wurden verletzt. Ein Nachmittag wie er hätte nicht stattfinden dürfen.

„Wir bitten, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht allein zu lassen.“

Bereits kurz nach der Partie gab der Verein Hansa Rostock eine Presserklärung ab, in der man sich scharf von den Vorfällen distanzierte aber auch klar seine Hilflosigkeit zum Ausdruck brachte. Eine Hilflosigkeit, die nicht nur dem FC Hansa Rostock dieser Tage anzumerken ist, sondern auch vielen anderen Vereinen wie Dynamo Dresden oder aber auch Eintracht Frankfurt, um nur zwei Vereine stellvertretend für alle zu nennen. Die Rostocker Vereinsführung stellt klar und bittet darum, dass man die Vereine mit dieser Problematik nicht alleine lässt: „Wir werden weiterhin auf Prävention und Kommunikation setzen und fordern gleichzeitig die Gesellschaft dazu auf, uns bei diesem schwierigen Prozess zu unterstützen. Wir bitten die Verbände, die Politik und die Judikative, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht allein zu lassen…“, damit man in Zukunft Fußball wieder genießen kann.

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