Bayern vs. Holland: Nach Chelsea-Trauma – Pfiffe gegen Robben

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Für die meisten von uns – und dazu zählen sicherlich auch viele Nicht-Bayern-Fans – waren die vergangenen Tage der Horror. Wer mit den Jungs von der Säbener Straße sympathisiert, für den wirkten die Stunden unmittelbar nach dem Finaltrauma gegen Chelsea wie ein Albtraum ohne Erwachen. Und noch immer gibt es kaum Worte für das, was am letzten Samstagabend in der Allianz-Arena passiert ist. Dass die Stimmung beim Testkick zwischen Bayern und Holland am Dienstag an selber Stelle trotz sommerlicher Hitze nahe dem Gefrierpunkt sein würde, war daher abzusehen. Wie tief der Schmerz bei vielen Fans der Münchner wirklich sitzt, zeigten die Pfiffe gegen Arjen Robben bei dessen Einwechslung in der 76. Spielminute.

Nur eine Randinformation: Bayern gewann mit 3:2 gegen die „Oranje“ – aber das Ergebnis wäre wohl auch bei einem Champions-League-Sieg der Hausherren beim zuvor von Medien als „sinnlosestes Testspiel aller Zeiten“ deklarierten Kick in den Hintergrund gerückt. Viel interessanter war die Frage, wie sich die Bayern-Akteure – und vor allem die acht Nominierten für den DFB-Kader – so kurz nach der verpassten Riesenchance zum Titel in der eigenen Arena gaben.

„Jetzt erst recht!“

Viele der Pechvögel vom Samstag standen von Beginn an überhaupt nicht auf dem Platz. Schweinsteiger, der den entscheidenden Elfer im Krimi vom Punkt aus vergab, fehlte gänzlich – er sei angeschlagen gewesen, hieß es von offizieller Seite. Lahm, Boateng und Gomez wurden nur eingewechselt – immerhin: Letzterer markierte den Treffer zum 3:2-Sieg seiner zuletzt so vielgeschassten Elf. Obwohl auch Gomez bei Chelseas Triumph am Sonnabend aus dem Spiel heraus einige Hochkaräter ausgelassen hatte, haben der Bayern-Anhang einen anderen Sündenbock ausgemacht: Arjen Robben, der dieses Mal allerdings im Oranje-Trikot auflief. Bei seiner Hereinnahme sowie bei jedem einzelnen Ballkontakt wurde der Bayern-Flügelläufer von einer Vielzahl seiner eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffen.

Der Stachel sitzt noch immer tief. Für das Länderspiel am Samstag in Basel gab Bundestrainer „Jogi“ Löw den acht Bayern-Akteuren frei. Die EM-Vorbereitung läuft schon längst auf Hochtouren. Und ausgerechnet beim wichtigsten Stammpersonal um Kapitän Lahm & Co. ist nun reichlich Aufbauarbeit – mentaler Natur – nötig. Die meisten von ihnen müssen den Schalter erst noch umlegen. Eine neue Mentalität nach den zwei verpatzten Finalspielen binnen der letzten beiden Wochen entwickeln: „Jetzt erst recht!“ – so müssen Schweini & Co. am 9. Juni beim EM-Gruppenauftakt gegen Portugal losstürmen. Die Euro 2012 als Chance, als die ganz große Gelegenheit sehen und dazu nutzen, diese Seuchen-Saison (aus Bayernspieler-Sicht) doch noch mit einem Erfolgserlebnis im Sommer ausklingen zu lassen.

„Jetzt erst recht!“ – das werden ihnen auch in rund drei Wochen etwa 80 Millionen Fußballbegeisterte vor den Fernsehern zurufen, denn dann ziehen alle an einem Strang – dann gibt es kein Bayern, kein Chelsea mehr; dann nämlich gibt es nur ein Ziel: „Mission 2012“!

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