Bayern vs. KNVB: Streit mit Holland um Robben, van Bommel & Co.

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Der Streit zwischen Bayern und dem holländischen Fußballverband KNVB droht nach dem gestrigen Länderspieltag zu eskalieren. Als „asozial“ beschimpfte KNVB-Chef Bert van Oostveen die Bayern-Politik, den Streit öffentlich über die Presse auszutragen, zunächst noch. Gemeint war im Speziellen die Forderung von Karl-Heinz Rummenigge, den Bayern-Kapitän Mark van Bommel unverzüglich nach München zurückzuschicken. Doch van Bommel spielte beim 4:1-EM-Quali-Sieg der „Oranje“ gegen Schweden 72 Minuten lang – und prompt kam der Bumerang zurück ins Quartier von „Bonds“-Coach Bert van Marwijk: Dessen Schwiegersohn fällt nach Erkenntnissen einer ärztlichen Untersuchung in der bayrischen Landesmetropole auf Grund eines Faszienrisses am rechten Knie für mindestens zehn Tage aus. Der Super-Gau! Nach der WM-Verletzung von Superstar Arjen Robben dürfte der „Fall van Bommel“ das Fass beim Rekordmeister zum Überlaufen bringen.

Bayern vs. KNVB: Holland-Streit um Robben, van Bommel & Co. eskaliert

„Leider ist nun genau das eingetreten, was wir schon befürchtet hatten“, gab sich Bayern-Boss Rummenigge am Mittwoch gegenüber „Kicker Online“ noch ruhig und gefasst. Innerlich dürfte es bei ihm jedoch mächtig brodeln. Zuvor hatte der niederländische Fußball-Verband KNVB eine öffentliche „Rückrufaktion“ für Mark van Bommel abgeblockt – Begründung: Es habe lediglich eine kleine Schleimbeutelentzündung vorgelegen, die den Spieler schon seit mehreren Wochen belaste. Ein unabhägiger Arzt sowie van Bommel selbst hätten einem Einsatz am Dienstag zugestimmt. Daraufhin schoss KNVB-Oberhaupt Bert van Oostveen in Richtung München: „Es ist asozial, so etwas über die Medien zu spielen. Das sieht schon ein wenig nach Schikane aus.“

Nun ist der „Worst Case“ eingetroffen: Van Bommel wird für das richtungsweisende Match gegen Hannover am Samstag definitiv ausfallen. Wie bei der Personalie Robben wollen sich die Bayern laut Kicker-Angaben auch nach den jüngsten Ereignissen rechtliche Schritte vorbehalten und in den kommenden Tagen die UEFA über den Sachverhalt informieren.

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Bayern vs. KNVB: „Man muss sich die Frage gefallen lassen, von wem werde ich eigentlich bezahlt?“

Nach Meinung von Bayern-Präsident Uli Hoeneß sei aber auch der Spieler selbst nicht ganz schuldlos. „Auch Mark van Bommel muss sich allmählich die Frage gefallen lassen, wo sein Arbeitgeber ist – wenn er schon seit Wochen Knieprobleme hat, dann hätte man auch solche Länderspiele mal ausfallen lassen können“, so Hoeneß wörtlich gegenüber dem Radio-Sender Bayern 3, „Der holländische Nationaltrainer hat 200 bis 300 Spieler zur Verfügung, der FC Bayern nur 20. Da muss man sich die Frage gefallen lassen, von wem werde ich eigentlich bezahlt?“

Die Verletzung des Münchner Kapitäns gießt nicht nur neues Öl in den andauernden Streit zwischen Bayern und dem holländischen Fußballverband KNVB, sondern dürfte auch den Wunsch des Rekordmeisters nach Regressforderungen für das vorzeitige Hinrunden-Aus von Superstar Arjen Robben bestärken. „Wenn wir bis Monatsende keine gütliche Einigung und faire Lösung haben, werden wir ab November den Klageweg beschreiten“, betonte Rummenigge noch einmal im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, „Wir haben einen sportlichen Schaden, das sieht man in der Tabelle. Uns auch noch den finanziellen Schaden aufzubürden, halte ich für niveau- und stillos.“ Angeblich fordern die Bayern vom KNVB einen Schadensersatz in siebenstelliger Höhe.

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