BVB-Boykott: Dortmund vs. Schalke - Fans contra Derby-Zuschlag

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Der Super-Gau zum “Mutter aller Derbys”: Die Schalker Preispolitik hat den BVB-Fans offenbar gehörig die Vorfreude auf das Mega-Spektakel am 4. Spieltag verdorben. Am 19. September steigt das Ruhrpott-Derby zwischen den beiden Erzrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund - eigentlich ein Selbstläufer, was den Kartenverkauf anbelangt. Die Tickets für dieses Duell waren in den Vorjahren schon wochenlang vor dem Anpfiff restlos ausverkauft. Doch vor dem ersten Duell in der neuen Saison 2010/2011 wollen die Gäste-Fans nun sogar ihre Karten zurückgeben - der Grund: Nach der Last-Minute-Offensive auf dem Transfermarkt erhoben die Gelsenkirchener kurzerhand einen Top-Zuschlag für die Derby-Tickets in der heimischen Veltins-Arena. Pro Karte müssen Fans nun bis zu 50 Prozent mehr als bei üblichen Heimspielen der “Königsblauen” berappen. Der Region droht ausgerechnet zum Spiel des Jahres der erste Derby-Boykott in der Geschichte beider rivalisierender Parteien.
BVB-Boykott: “Kein Zwanni für nen Steher!”
Diese preispolitische Maßnahme der “Knappen” löste im Gegenlager einen Sturm der Entrüstung aus: “Boykott!” fordert nun eine Vielzahl von BVB-Anhängern. Laut Angaben auf Spiegel Online hätten erste etablierte Fanklubs bereits auf die ihnen zustehenden Kartenkontingente verzichtet. Bei ihrem Verein stoßen die Initiatoren der Protestbewegung dabei auf offene Ohren. “Es ist schon eine ungewöhnliche Preiserhöhung für ein Einzelspiel”, sagte beispielsweise BVB-Pressesprecher Josef Schneck.
Mächtig Öl ins Feuer goss zudem Dortmunds Coach Jürgen Klopp noch einmal Anfang dieser Woche mit seiner Aussage gegenüber einem bekanten Boulevard-Blatt: “Ich finde es gut, dass unsere Leute nicht hingehen, um Klaas-Jan Huntelaar zu finanzieren.” Rumms! Ein klarer Seitenhieb in Richtung der Last-Minute-Transferwelle von Magath & Co. - mit besagtem Niederländer (14 Mio. Euro), José Manuel Jurado von Europa-League-Sieger Atletico Madrid (13 Mio. Euro) und dem Franzosen Nicolas Plestan (ca. 2 Mio. Euro) investierte Schalke allein am letzten Transfertag noch einmal knapp 30 Millionen Euro in neue Spieler.

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Dortmund vs. Schalke: Derby-Boykott aus Neid?
Doch wie bei jedem Zwist gibt es auch hier eine Kehrseite der Medaille: Fakt ist, dass Top-Zuschläge für bestimmte Prestige-Duelle mittlerweile Gang und Gäbe sind. Da Schalke gegen Dortmund wohl das Prestige-Match schlechthin im Oberhaus ist - die Bezeichnung “Mutter aller Derbys” kommt nicht von ungefähr - scheint eine Erhöhung der Kartenpreise nur allzu naheliegend.
“Wir haben das in der Bundesliga übliche System der Top-Zuschläge übernommen”, rechtfertigte sich Schalke-Finanzchef Peter Peters zu den Vorwürfen aus dem BVB-Lager. Allgemein habe der Verein seine Kartenpreise - ausgehend vom günstigsten Ticket - von 13 auf 15 Euro erhöht. Für Kassenschlager, im buchstäblichen Sinne, wie gegen Dortmund kämen noch einmal weitere fünf Euro hinzu, plus zehn Prozent der üblichen Vorverkaufsgebühr. Somit kostet ein Stehplatz in der Veltins-Arena inklusive Top-Zuschlag nun 22 Euro.
Zum Vergleich: Ähnliche Preisdimensionen herrschten auch schon beim HSV im Nord-Derby-Kracher gegen Bremen - der günstigste Sitzplatz kostete in der mittlerweile in Imtech Arena umgetauften HSH Nordbank Arena vor rund zwei Jahren bereits knapp 100 Euro! Ein waschechtes Derby hat scheinbar seinen Preis, den die Fans aber scheinbar bereits sind zu zahlen. Dennoch zeigten die BVB-Offiziellen Verständnis für ihr aufgebrachten Fans: Wer seine Karten zurückgeben möchte, soll seinen vollen Einkaufspreis (exklusive Vorverkaufsgebühr) zurückerstattet bekommen. Die Reklamationsfrist wurde sogar kurzerhand um zwei Tage - bis zum 10. September - verlängert. Mehr Informationen zum Kartenumtausch gibt es auf der offiziellen Vereinshomepage der Schwarz-Gelben.












Vielleicht sollten Klopp & Co erst mal denken und dann erst reden.
Ich werde als BVB-Fan nicht an dem Boykott teilnemen. Im Gegenteil ich bin froh, dass ich nun endlich mal ein Stehplatz bekommen kann. Sonst bekommen die Karten nur die, die jetzt boykottieren. Das sind die privilegierten BVB-Fans, die sich selbst viel zu wichtig nehmen, was auch dieser Boykottaufruf belegt. Denn die Mehrheit der BVB-fans hat mit diesen Ultras, die auch noch regelmäßig für Stunk, Ärger und Randale in den Stadien verantwortlich ist, nichts zu tun und wird den BVB selbstverständlich in Gelsendingsbums unterstützen!
Mal völlig unabhängig davon wie dumm, populistisch und scheinheilig die Bemerkung von Klopp ist: Mit der Bemerkung offenbart er, dass er der eigenen Fanunterstützung auf Schalke überhaupt keine Bedeutung beimisst und all seine bisherigen Bekungen wie wichtig doch die Fans für ihn und seine Mannschaft seien nichts als Schleimerei gegenüber den eigenen Anhängern waren.
Die BVB-Fans auf Schalke waren ohnhin noch nie zu hören (anders als Schalker umgekehrt in Dortmund) und in ihrem Gästesitzplatzbereich saßen auch in der Vergangenheit oft mehr Schalker als Dortmunder und deshalb wird der Boykott gar nicht zu merken sein beim kommenden Derby. Insofern hat Klopp sogar recht, wenn er auf die Anwesenheit eigener Fans verzichten will/kann.
Die Aktion der BVB-Fans ist an Scheinheiligkeit nun wirklich nicht mehr zu überbieten. Nur einmal so zur Info: Schon seit Jahren zahlt man als Schalkefan für einen Stehplatz in Dortmund knapp 20 Euro, während die BVB-Fans auf Schalke schon seit Jahren zum Spottpreis ihren Verein unterstützen konnten. Nun verlangt also Schalke das erste Mal etwas mehr als Dortmund umgekehrt, was umgekehrt schon seit Jahren so (okay?) war. Übrigens der BVB verlangt nicht nur schon länger höhere Preise, er erhebt auch bei mehr anderen Spielen sog. Topzuschläge als Schalke das tut.
Warum eigentlich beschwert sich kein BVB-Fan über die viel extremere Ticketabzocke des eigenen Vereins, der den Erwerb eines Tickets für das (begehrte) Spiel gegen den FC Bayern an den Kauf (Bedingung) eines weiteren Tickets gegen (das nicht so attraktive) Lautern koppelt hat: “Meisterpaket” nennt sich das in Dortmund, aber meisterlich daran ist lediglich die Abzocke der Zuschauer. Ich bin schon jetzt mal gespannt, wie der BVB sein Ticketpaket gegen die Nr. 1 im Pott Schalke in der Rückrunde nennen wird (richtigerwiese “Nr. 1 im Pot-Paket”).
Und warum eigentlich hat sich z.B. bisher noch kein Dortmunder über die schon seit Jahren noch höheren (höher als die jetzigen Schalker Preise) Kartenpreise bei anderen Vereinen (z.B. in Hamburg) beschwert? Spätestens wenn man sich diese Frage stellt wird klar, dass es bei der jetzigen - (natürlich) öffentlichkeitswirksamen - Aktion alleine darum geht Schalke mit Dreck zu bewerfen. Und - wie gewohnt - springt die Presse (zu ihr gehören auch die vermeintlich seriösen Agenturen) sehr gerne darauf an, anstatt gerade diese Aktion einmal zu hinterfragen und die Scheinheiligkeit der BVB-Fans und des BVB offen zu legen. Dazu würde es schon reichen den aktuellen Kartenvorverkauf des BVB gegen Bayern München zu betrachten, wo höhere Preise als auf Schalke verlangt werden und es zudem eine Koppelungsaktion (o.g. sog. “Meisterpaket”) gab.
Keine Frage: Es gibt aus meiner Sicht sehr gute Argumente und ein berechtigtes Interesse aller Fans aller Vereine sich vehement gegen all die unverschämten Ticketpreiserhöhungen zu wehren. Aber die jetzige Aktion der BVB-Fans ist lächerlich, geradezu pharisäerhaft, weil sie ganz offensichtlich nur Schalke in ein schlechtes Licht rücken soll. Sie ist mitnichten ehrlich gemeint und schon deshalb völlig kontraproduktiv für das Ziel aller Fans (Schalker und Dortmunder) sich gegen Ticketabzocke der Vereine zu wehren. Die wahre Abzocke findet nämlich woanders statt: Wie schon erwähnt in Dortmund mit dem o.g. “Meisterpaket” und in der Rückrunde dann ganz bestimmt gegen Schalke mit dem “Nr. 1 im Pott-Paket”. Und bei uns auf Schalke bei den Champions League-Spielen und durch die neue ungerechte Blockeinteilung in der Veltins-Arena, und am meisten bei Schalker Auswärtsspielen, wo fast überall die heimischen Vereine Topzuschläge verlangen. Mit Topzuschlägen sind die BVB-Fans - wenig schmeichelhaft! - offenkundig nur auf Schalke konfrontiert (und können sich mithin glücklich schätzen!)…