Europa League: Festabend für S04 und 96 – Huntelaar-Gala gegen HJK

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So schön kann nur Fußball sein! Totgesagte leben länger – so banal wie dieses Sprichwort klingt – es passt zur Europa-League-Gala von Schalke 04 am Donnerstagabend gegen HJK Helsinki. Die rund 52.000 Zuschauer in der Veltins-Arena bekamen so richtig was für ihr Geld geboten: Mit 6:1 (!!!) fegten die Hausherren die Finnen letztlich vom Platz – der höchste Sieg überhaupt in der Vereinsgeschichte von S04 auf internationalem Parkett! In überragender Form prästierte sich dabei einmal mehr der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar, der satte vier Treffer zu dem Kantersieg beisteuerte. Jubel gab es wenig später auch in Niedersachsen: Hannover machte durch ein 1:1-Remis in Sevilla die Gruppenphase der Euroleaguie dingfest. Ein großer Festtag für den deutschen Fußball!

Da hatte die Bundesliga gerade erst den vierten Champions-League-Platz zurückerobert, da drohte ein Fiasko auf internationaler Ebene: Die Europa League ohne deutsche Klubs – ein undenkbares Szenario! Nach der 0:2-Hinspielpleite von Schalke in Helsinki sah es in der Tat düster aus für „Königsblau“. Doch die Rangnick-Elf steigerte sich im Rückspiel merklich, setzte dort an, wo man zuletzt in der Liga aufgehört hatte. Das Ergebnis war am Ende vielleicht ein bisschen zu hoch – denn auch die Finnen spielten vor allem im ersten Durchgang munter mit. Die Zuschauer in der Arena sowie vor den Fernsehern bekamen ein Offensiv-Feuerwerk der höchsten Güteklasse geboten. Beide Teams narrten die Abwehrreihen des jeweils anderen.

Europa League: Festabend auf Schalke

Den Anfang machte Schalke mit einem Foulelfmeter, getreten von Huntelaar. Doch der Jubel über die frühe 1:0-Führung nach einer Viertelstunde verstummte jäh, als Teemu Pukki – na klar, wer denn sonst (!) – nur fünf Minuten später Fährmann überwand und zum 1:1 ausglich. Schalke brauchte in diesem Moment drei Treffer, um das Ticket für die Gruppenrunde noch zu lösen.

Unter Normalumständen wäre das ein schier unmögliches Unterfangen gewesen. Das dachten sich wohl auch die Gäste, die „Königsblau“ weiter anlaufen ließen. In der 25. Spielminute wuchtete abermals Huntelaar aus nicht ganz so einfachem Winkel zur 2:1-Führung ein. HJK legte noch einmal den höheren Gang ein, kurz vor dem Pausenpfiff verhinderte Ralf Fährmann mit einer Glanztat gegen den davongespurteten Rafinha wohl das Playoff-Aus. Nur Sekunden später vergaben wiederum Schalke eine Riesenchance, als man zu Dritt allein vor dem finnischen Keeper auftauchte – Raul spielte statt auf seinen Sturmkollegen zu Julian Draxler, der zu ungestüm abschloss und den Ärger des mitgelaufenen Niederländers auf sich zog.

Huntelaar mit Viererpack

Doch alles halb so wild: In Durchgang zwei ließen die Hausherren den Tempohebel auf Maximumstufe, während Helsinki völlig auf Leerlauf schaltete. Das Resultat: Huntelaar (erneut per Strafstoß) und Papadopoulos trafen binnen elf Minuten nach dem Wiederanpfiff zum 3:1 und 4:1 – das Fest auf Schalke konnte beginnen! Wie befreit spielte „Königsblau“ danach die Gäste an die Wand, kam durch Huntelaars viertem Treffern an diesem Abend und Draxler zum 6:1-Rekordsieg in Europa. Ein „Traum in Königsblau“, aus dem so mancher Knappen-Fan wohl so schnell nicht wieder erwachen wird!

Einstand in Europa für Hannover 96

Der deutsche Festabend wurde mit Hannovers Erreichen der Gruppenrunde schließlich perfekt. Mit einem 2:1-Sieg im Rücken gaben sich die 96er beim haushohen Favoriten aus Sevilla abgeklärt und ausgebufft. Das norwegische Torgespenst „Moa“ Abdellaoue brachte mit seinem Tor zur 1:0-Gästeführung die nötige Ruhe in seine Mannschaft – Sevilla kam durch ein Eigentor von Pogatetz zwar noch kurz vor dem Pausentee zum 1:1-Ausgleich, investierte im zweiten Durchgang aber viel zu wenig, um die gut gestaffelte Hannoveraner Abwehr aus den Fugen zu bringen. Dass die sieben Zähler aus den ersten drei Ligapartien nicht von ungefähr kommen, bewies die Slomka-Elf auch am Donnerstagabend wieder einrucksvoll. Für 96 ist es die erste Europa-Cup-Teilnahme überhaupt – wenn sie diese Form halten können, dürfen sich die Niedersachen mit Recht mehr ausrechnen.

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