FCM: Neustart mit Oenning

Die Mechanismen im Profifußball haben nun auch den FCM eingeholt

Der FCM hat seinen Erfolgscoach Jens Härtel entlassen und will den weiteren Weg auf dem rauen Pflaster 2. Liga mit einem Erfahrenen gehen. Die Wahl fiel auf Michael Oenning, der auch vielen Fans, die ihren Blick eher aufs Oberhaus fokussieren, ein Begriff sein dürfte. Mit Härtel endet eine kleine Ära bei den Magdeburgern, wie schon so oft, wenn ein ambitionierter Aufsteiger nach zuletzt erfolgsverwöhnten Jahren plötzlich ausgebremst wird. Doch ist Oenning wirklich die richtige Wahl?

Jens Härtel trainierte den FCM seit Juli 2014, meisterte mit dem Traditionsklub direkt den Aufstieg in die 3. Liga sowie nur drei Jahre später den Durchmarsch in die zweithöchste Spielklasse hierzulande. Mit dem Thema Abstieg hatten die Magdeburger unter Härtel in Liga 3 nie etwas zu tun. Vielleicht ist das der Grund, warum man nun die Reißleine zog. Allerdings: Doch Oennings Erfolge als „Feuerwehrmann“ sind ebenso überschaubar, zumindest wenn man auf seine Stationen hierzulande blickt. Mit Nürnberg stieg er 2009 nach der Relegation zwar auf, doch im Dezember selbigen Jahres wurde er, auf dem vorletzten Tabellenplatz stehend, entlassen. Auch das Hoch mit dem HSV im Jahre 2011 war nur von kurzer Dauer, bereits im September folgte dort die vorzeitige Beurlaubung, nachdem Oenning erst im März interimsweise übernommen hatte.

Etablierter Zweitligist oder Fahrstuhlmannschaft

Zwar landete Oenning in der ungarischen Liga mit Vasas Budapest, einem anderen Aufsteiger, einen Achtungserfolg – doch ob sich das auf das Niveau hierzulande übertragen lässt, bleibt abzuwarten. Hinzu kommt, dass sich der FCM bis dato beileibe nicht schlecht in der Liga verkauft hat. Das Quentchen Matchglück fehlte bislang, hätte nach einer gewissen Eingewöhnungszeit aber durchaus noch folgen können. Auch und vor allem unter Härtel. Es bleibt das alte Lied von Anspruch und Realität, womöglich hat man in Magdeburg diesmal zu früh die Weichen komplett umgestellt. Und manchmal kann das den Ausschlag geben für die sportliche Perspektive, ob man sich nach und nach in der neuen Liga etabliert – siehe auch das Konzept „Heidenheim“ – oder ob man durch Frühaktionismus zur vielzitierten Fahrstuhlmannschaft avanciert.

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