Frauen-WM 2011: WM- und Olympia-Aus – „Chance nicht genutzt!“

Foto: Redaktion

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Es sollte eine ganz besondere WM  für unsere Damen werden – die große Wende für den Frauenfußball. Fast ganz Fußball-Deutschland saß am Samstagabend vor den Fernsehbildschirmen und sah, wie die DFB-Frauen an ihren zu hoch gesteckten Zielen scheiterten. Auch einen Tag nach dem völlig überraschenden Viertelfinal-Aus gegen Japan zeigen sich Fans und Spielerinnen immer noch fassungslos: Das Halbfinale mit der fest eingeplanten deutschen Beteiligung in Frankfurt ist schon lange restlos asverkauft, genauso wie das Endspiel am 17. Juli in der Mainmetropole. Doch mit dem Aus der Gastgeberinnen droht diese „Heim-WM“ zu verebben, Frauenfußball wird wieder nur Randthema – zur vielleicht wichtigsten Stunde dieses Sports versagten der Neid-Elf die Nerven.

Und es sollte am Sonntag noch dicker kommen: Mit dem Halbfinaleinzug der Schwedinnen ist auch die Olympia-Teilnahme 2012 in London futsch! Aber diese Randnotiz dürften junge Spielerinnen wie Alexandra Popp & Co. nur beiläufig registriert haben. Viel zu tief sitzt noch die Enttäuschung über die Ereignisse vom Vorabend. Es war die 108. Minute in der Verlängerung, als der Traum vom WM-Hattrick wie eine Seifenblase zerplatzte – die Japanerin Karina Maruyama rauschte DFB-Abwehrfrau Bartusiak davon, überwand auch Angerer und brachte das Rund in Wolfsburg zum Schweigen.

Frauen-WM 2011: Favoritensterben im Viertelfinale

Positiver Effekt für neutrale Fußball-Fans: Die Ticketpreise für die ausstehenden Paarungen im Halbfinale und auch im Endspiel dürften in den kommenden Tagen drastisch in den Keller purzeln – weil viele, viele enttäuschte Fans der DFB-Elf ihre Karten auf einschlägigen Fanbörsen zum Verkauf anbieten. Ein weiterer Publikumsmagnet – Brasilien mit Marta & Co. – musste außerdem am Sonntag nach einem Elferkrimi gegen die US-Girls die Segel streichen. Für viele Fans dürfte die Frauen-WM in Deutschland damit gelaufen sein. Und das Zeugnis für unsere DFB-Kickerinnen fällt äußerst ernüchternd aus: Chance nicht genutzt – auch weil im Japan-Spiel selbst der DFB-Sturm wieder einmal unter ungewohnten Torhemmungen litt.

Dabei hätte ein Sieg gegen Japan womöglich noch einmal eine neue Euphoriewelle in Deutschland ausgelöst, nun aber sind die „anmutigen Nelken“ aus Fernost die Publikumslieblinge – und für unsere deutschen Damen ist der Traum vorbei, bevor er eigentlich richtig los ging. Denn außerhalb der Stadien war von WM-Stimmung hierzulande noch nicht viel zu spüren. Für etablierte Spielerinnen wie Birgit Prinz und Inka Grings wiegt das frühe Aus zudem noch bitterer, da sie sich mit einem Negativ-Erlebnis der knallharten Sorte vom Dress der DFB-Elf verabschiedeten. Auch für Bundestrainerin Silvia Neid ist diese Erfahrung neu: Ausgerechnet bei der ersten Heim-WM versagt ihre „Titel-Garantie“ – weitermachen will sie trotzdem, noch vor dem Turnier verlängerte sie ihren Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund auf langfristige Basis.

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