Frauenfußball-Weltmeister 2011: Japan besiegt USA im Elfer-Krimi

Foto: Redaktion

Foto: Redaktion

Was für eine Dramatik, was für ein Spiel! Mit einer geballten Ladung Spannung und Emotionen ging die Frauen-WM in Deutschland am Sonntagabend zu Ende. Japan ist Frauenfußball-Weltmeister 2011! Dabei brachte erst das Elfmeterschießen nach zuvor hochexplosiven 120 Minuten die Entscheidung – und ausgerechnet dort versagten den US-Girls die Nerven. Die schöne Hope Solo im Kasten der Amerikanerinnen war am Ende geschlagen – Jubel dagegen bei den Japanerinnen, die zum ersten Mal überhaupt den (nur zwei Kilo schweren) WM-Pokal in die Höhe halten durften. Der Fußball schreibt nun einmal die schönsten Geschichten!

Nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Monate gab es für die krisengeschüttelten Japaner endlich wieder einmal Grund zur Freude: Keinem anderen Land gönnen Fans den Titel wohl so sehr wie den „Nadeshiko Japan“, den „anmutigen Nelken“ aus Fernost. Als i-Tüpfelchen wurde Spielführerin Homare Sawa am Ende nicht nur zur besten Spielerin des Turniers, sondern auch zur „Fairplay-Weltmeisterin“ gekürt, außerdem erhielt sie den „Goldenen Schuh“ als beste WM-Torjägerin vor Marta und Wambach.

Zuvor zeigten die Japanerinnen aber eindrucksvoll, warum sie im Endspiel standen: Zwei Mal legten die Favoritinnen in den weißen Trikots vor, beide Male gaben die quirligen Außenseiterinnen die passende Antwort. Alex Morgan brachte die USA nach einer torlosen ersten Hälfte in der 69. Minute mit 1:0 in Front, der Favorit schien auf dem besten Wege zu seinem dritten WM-Stern zu sein. Doch neun Minuten vor dem herbeigesehnten Abpfiff markierte Miyama den 1:1-Ausgleich – Verlängerung in der prallvollen Frankfurter WM-Arena!

In der „Extra Time“ ging es dann richtig zur Sache: Wambach köpfte in der 104. Spielminute ihre US-Girls erneut in Führung, wieder kurz vor dem Schlusspfiff verwandelte Sawa einen Ecke von links artistisch zum 2:2-Ausgleich. In der 120. Minute stoppte Iwashimizu die durchstartende Alex Morgan nur Millimeter vor der Strafraumgrenze – die deutsche Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zögerte keinen Moment und zeigte ihr folgerichtig den „Roten Karton“.

Japan – USA: Elfmeterkrimi um die WM-Krone

Beim darauffolgenden Freistoß verteidigte Japan weiter wacker im „Kamikaze-Stil“, die Spielerinnen schmissen sich jedem Ball entgegen – erfolgreich, was folgte, war ein kurioser Elfer-Krimi: Die ersten drei Schützinnen der USA vergaben allesamt, wobei zwei Mal Keeperin Kaihori die Oberhand behielt, Lloyd schoss die Kugel sogar meilenweit in den Frankfurter Nachthimmel hinein. Japans Miyama verwandelte hingegen kühl, der zweite Schuss der Japanerinnen von Nagasato landete in den Armen von Solo, beim dritten von Sakaguchi hatte sie die Hand noch dran, der Ball kullerte aber ins Netz – Zwischenstand im Messen vom Punkt aus: 2:0 für Japan! Dann – endlich – beim vierten Versuch trafen auch die USA in Person von Wambach, die zuvor im Spiel selbst drei oder vier Hochkaräter ausgelassen hatte. Danach musste Hope Solo unbedingt parieren, doch Kumagai ließ der „Miss WM“ keine Chance und drosch die Kugel unhaltbar in die Maschen.

Japan ist Frauenfußball-Weltmeister 2011 – und irgendetwas muss ja dran sein an den Japanern und dem runden Leder, denn auch in der Herren-Bundesliga geht der Trend immer mehr in Richtung Fernost, denken wir nur einmal an Kagawa beim BVB. Wer weiß, vielleicht war das Fußball-Märchen in Deutschland nur der Anfang – auf jeden Fall kam es für die Menschen in Japan genau zum rechten Zeitpunkt. Wir sagen: Gratulation – einen verdienteren Weltmeister hätte es in diesem Frauenfußball-Sommer nicht geben können.

Teile diesen Artikel mit deiner Community: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Folkd
  • Y!GG

Einen Kommentar schreiben

 

 

 

Diese HTML-Tags können verwendet werden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>