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Hertha: Randale nach Nürnberg-Pleite - Fans rasten aus

Logo: Hertha BSC

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Ein unrühmliches Ende fand die heutige Bundesligapartie zwischen Hertha und dem 1. FC Nürnberg: Über volle 90 Minuten standen die knapp 60.000 Fans im Olympiastadion geschlossen hinter ihrer Mannschaft. Mit kreativen Spruchplakaten wie “Das Spiel unseres Lebens?! Du hast es in der Hand!” riefen sie jedem einzelnen Akteur unten auf dem Rasen ins Gewissen. Nach dem Last-Minute Treffer zum 2:1-Sieg für die Gäste durch Charisteas kippte die Stimmung urplötzlich. Etwa 100 Anhänger überwanden die Fanabsperrungen, stürmten das Spielfeld und machten - zum Teil bewaffnet mit Fahnenstangen und Latten - Jagd auf die Spieler.

Die ersten Hertha-Spieler gaben unten in den Katakomben schon erste Interviews, als plötzlich die Nürnberger Spieler in Panik dazustießen. Im Schlepptau: Rund 100 randalierende Chaoten, die u. a. die Ersatzbank der Hausherren oben neben dem Spielfeld völlig verwüsteten.

Foto: pixelio.de / Tüti

Foto: pixelio.de / Tüti

Hertha-Randale: Kurzschlussreaktion nach dem Last-Minute-Schock?

Die Ordnungskräfte im Stadion schienen überfordert, wurden von dem Sturm aus der eigenen Fankurve buchstäblich überrumpelt. Erst nach mehreren Minuten schritt die Polizei ein und drängte die aufgebrachten Anhänger zurück. Die positive Nachricht: Nach Medienangaben gab es keinerlei Verletzte - allerdings entstand ein Sachschaden in noch nicht näher bezifferter Höhe.

In der Tat war mit Randalen in der Form nach dem Schlusspfiff kaum zu rechnen. Die Fans im gut besuchten Olympiastadion feuerten ihre Hertha über die volle Spielzeit lang an. Nach dem 1:0-Führungstreffer durch Gekas im ersten Durchgang war die Aufbruchstimmung förmlich spürbar, greifbar für jeden Zuschauer im Stadion und vor dem Fernseher. Speziell das späte Siegtor für die Franken nach einem völlig offenen Schlagabtausch - und wohl auch die Kunde aus Hannover vom 2:1-Sieg des direkten Abstiegsrivalen - ließen bei einigen Fans die Sicherungen schließlich durchbrennen.

Foto: pixelio.de / Tüti

Foto: pixelio.de / Tüti

“Wir müssen aufpassen, dass der Fußball nicht wieder verkommt.”

Für Hertha ist die 17. Saisonniederlage fast schon gleichbedeutend mit dem Abstieg aus dem Oberhaus. Acht Zähler liegt die Hertha hinter dem Relegationsplatz 16. Nach der 1:2-Heimpleite gegen Nürnberg rückte das Sportliche aber zunächst in den Hintergrund. “Das Wichtigste ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist”, schämte sich Hertha-Sportdirektor Michael Preetz später für die Randale aus dem eigenen Fanlager und kündigte zugleich “härteste Konsequenzen” für die Beteiligten an.

Gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky zeigte Gäste-Coach Hecking keinerlei Verständnis für die Aktion der Hertha-Anhänger. “Wir müssen aufpassen, dass der Fußball nicht wieder verkommt”, warnte er sogar, “Wir müssen entschieden dagegen vorgehen. Ich hoffe, dass sich da endlich welche finden, die Arsch in der Hose haben und dem Einhalt gebieten. Ich möchte nicht erleben, was passiert, wenn es den ersten Toten gibt.”

Update (14. März 2010):

Nach übereinstimmenden Medienberichten kam es im Zuge der Hertha-Randale am Samstag zu insgesamt 30 Festnahmen. Vier Polizisten seien zudem leicht verletzt worden. Seitens des DFB droht Hertha nun eine empfindliche Geldstrafe. Angesichts der “jüngsten Häufung gewalttätiger Vorkomnisse” kündigte kündigte Liga-Boss Reinhard Rauball in einer ersten Stellungnahme eine Sitzung mit dem Ligaverband an, um sich über eine “ligaweite Strategie zu beraten”.

“Dabei geht es vor allem um die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien und der Fan-Arbeit. Klar ist und bleibt: DFL und Clubs werden die Thematik mit der gebotenen Sachlichkeit und Gründlichkeit angehen, aber keinerlei Toleranz gegenüber Gewalttätern dulden”, wird Rauball wörtlich auf bundesliga.de zitiert.

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4 Kommentare zu Hertha: Randale nach Nürnberg-Pleite - Fans rasten aus

  • Check

    Wollkommen richtig für so ein sPiel

  • Albrecht Hirte

    Ja da muss man den Ordnern schonmal eine Waffenausbildung finanzieren. Im zweifelsfall sollte es erlaubt sein, dass Magazin auch durchzureißen.
    Das Aggressionspotential ist ja bekannt und die Lösung sensationell einfach, ja spart sogar Personalkosten ein. Alkoholverbot im Stadion!

    Albrecht Hirte
    Meteorologe

  • willixxl

    Spinner !Du gehörst wohl selbst zu diesem asozialen Pack . Eigentlich schade , dass keiner dieser Chaoten
    verletzt wurde .

  • banane

    Schade dass die Verantwortlichen wieder nur von Strafen reden und nicht über ihr eigenes Versagen. Zum einen ist kein Ordner angegriffen worden niemand wurde verletzt, zum anderen gehören auch extreme Emotionen zum Fußball. Da aber der deutsche fußball nur noch aus Söldnern besteht, ist verständlich dass immer gleich nach härterem Vorgehen gerufen wird. Die Schuld tragen die Vereine, die durch MIssmanagment und leere Versprechungen dazu beitragen, dass die sich verschaukelt fühlenden, zahlenden Fans und Ultras, die Strapazen und finanzielle Entbehrungen auf sich nehmen, um am Ende Phrasen zu hören und sich als Menschen zweiter Klasse behandeln lassen müssen. Wer die Kontrollen am Stadion je mitgemacht oder besser durchgestanden hat, der weiß wovon ich rede. Es ist erniedrigend und entwürdigend. Wer jetzt behauptet, die Fans seien wegen ihres Verhaltens Schuld daran, der sei auf England hingewiesen. Erst nach Heysel 1985 wurden die Zäune abmontiert und Fanordner eingesetzt, Polizei im Stadion nur in normaler Kleidung, nicht in Afghanistan Montur. Muss erst eine Katastrophe passieren, damit die Zuschauer aufwaxhen und sich nicht alles gefallen lassen oder sich als Melkkuh missbrauchen lassen??

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