Lahm-Interview in der SZ - Hoeneß: “Das wird er noch bedauern!”

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Das Lahm-Interview und seine möglicherweise drastischen Folgen. Es war der 12. Spieltag - schon im Vorfeld des unbefriedigenden 1:1 gegen Schalke brodelte es zum ersten Mal in dieser Saison auch von innen heraus beim Rekordmeister so richtig heftig. Ein Spieler fühlte sich verantwortlich, an die Öffentlichkeit zu treten und die Probleme nach dem Bordeaux-Disaster anzusprechen. Klare, offene Worte - nur der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Mit dem Interview in der “Süddeutschen Zeitung” und seiner öffentlichen Kritik an der Transfer-Politik des Vereins überraschte Nationalspieler Philipp Lahm offenbar nicht nur seine Fans. “Sie können versichert sein, dass er dieses Interview noch bedauern wird”, so Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff in der Allianz-Arena wörtlich. Der “FC Hollywood” ist zurück!
Vorbei die Ruhe - die wohl auch dank van Gaal trotz anhaltender Ergebnis-Krise länger anhielt als in den Vorjahren. Doch was hatte Lahm überhaupt gesagt? Unmittelbar vor dem richtungsweisenden Ligaspiel heute gegen Schalke sprach der Nationalverteidiger im SZ-Interview ausführlich über die derzeitige Situation beim Rekordmeister, seine Interpretation von einer funktionierenden Team-Philosophie und natürlich über Trainer Louis van Gaal. Auslöser dafür war wohl das drohende Champions-League-Aus nach der 0:2-Pleite zu Hause gegen Bordeaux.

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“Man darf Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind…”
“Wenn ich merke, es tut sich nichts, es verliert sich irgendwie, dann will ich eingreifen und unangenehme Wahrheiten ansprechen. Man kann nie wissen, ob man die Champions League gewinnt, das ist schwierig. Aber man muss eine Entwicklung erkennen können: Sehen, dass man konkurrenzfähig ist”, lautete Lahms Zusammenfassung am Ende des Interviews. Eine Entwicklung sehe der 25-Jährige beim Rekordmeister nicht - was u. a. auch darauf zurückzuführen sei, dass man sich vereinsintern nicht auf eine klare Taktik festgelegt habe. Stattdessen würden zuerst hochkarätige Namen verpflichtet - und dann erst würde ein System geformt werden. “Man darf Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind”, so Lahms ehrliche Worte - auch in Richtung Hoeneß & Co. und die getätigten Millionen-Transfers à la Gomez und Robben. Auffällig häufig zog Lahm dabei auch Parallelen zum Champions-League-Sieger Barcelona - die zeigen würden, wie man es besser machen könne.

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“Viele haben noch so eine Mischung aus Respekt und Angst.”
Dazu gab Lahm auch einige prekäre Details über van Gaal preis - so würden Fehler öffentlich vor der Mannschaft diskutiert werden - ganz anders, als das zum Beispiel bei Klinsmann der Fall gewesen sei. “Viele haben noch so eine Mischung aus Respekt und Angst”, beschrieb Lahm das Verhältnis der Spieler zum neuen Trainer, “Und viele sagen sich vielleicht auch: Okay, lieber spiele ich jetzt einen Rückpass, bevor ich morgen wieder vor der ganzen Mannschaft für einen Fehlpass kritisiert werde.”
Welche Signale Lahm mit seinem Interview aussenden wollte, ist klar. Nur das “Timing” war denkbar schlecht - genauso die Tatsache, dass er keinen der Punkte zuvor mit Trainer und Vorstand intern diskutierte. Während van Gaal noch Ruhe und Gelassenheit vor den TV-Kameras ausstrahlte, als er von Sportschau-Reportern auf dieses Thema angesprochen wurde - fand Hoeneß schon klarere Worte: “Ich werde ihn jetzt nicht öffentlich kritisieren und auch seine Leistung wird nur in meinem Büro besprochen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass er dieses Interview besser nicht gegeben hätte.”
Auch Bayern-Kapitän Mark van Bommel hielt sich in seinen Äußerungen noch bedeckt - und wusste wohl, dass dieser Zug seines Vereinskollegen noch folgenschwere Konsequenzen nach sich ziehen würde. “Was wollen Sie?”, konterte der “Bayern-Rowdie” gewohnt schlagfertig in die Kameras, “Soll ich jemandem in die Fresse hauen?” Viel gelacht werden dürfte in den kommenden Tagen an der Säbener Straße aber kaum.
Während mit dem Lahm-Interview für die Öffentlichkeit einige interessante Aspekte unter der Ära van Gaal beleuchtet wurden, könnte es vereinsintern der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Denn eines ist damit vorerst mit Sicherheit weg, das Trainer und Mannschaft bis dato noch ruhig an den sportlichen Zielen arbeiten ließen: Der “innere Frieden”. Dass es ausgerechnet Vorzeige-Profi Lahm war, der diese Ruhe aus der Mannschaft genommen haben könnte, ist dabei fast schon bezeichnend.
Update (8. November 2009):
Mit der Kritik an der Transferpolitik des Vereins scheint Lahm einen wunden Punkt bei Hoeneß getroffen zu haben. So trat der Bayern-Manager nochmals verbal nach: “Man kann mit uns über alles reden. Aber ich habe auch nie in der Öffentlichkeit darüber gesprochen, dass er ein viel besserer linker Verteidiger ist als ein rechter. Die Meinung, dass er ein guter rechter Verteidiger ist, hat er ziemlich exklusiv.”
Ferner erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gegenüber Medien, dass sowohl gegen den gestern frühzeitig aus dem Stadion abgereisten Toni als auch gegen Lahm empfindliche Geldstrafen verhängt würden.
Im Fall Lahm kündigte der Vorstands-Chef des Rekordmeisters sogar an: “Er wird mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern München noch nicht gegeben hat.” Laut dem TV-Sender RTL steht eine Rekord-Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro im Raum.

















Mit Lucio, Janssen und ganz besonders Ze Roberto hat man das Meißener-Porzellan abgegeben und nun keine Mannschaft (sondern viele Spieler),die weder ein Gesicht noch Spass am Fußball zu haben scheint. Eigentlich sollte Lahm diese alberne Geldstrafe nicht akzeptieren. Angebote für einen Wechsel in Europa hätte er genug. Nur wenn er auch noch weg ist, wer will dann noch die Bayern sehen. Auf die Herren Rummenigge, Hoeneß etc. kann der Zuschauer gerne verzichten.
Mit zunehmendem Alter scheinen die Vereinsbosse jede Kritikfähigkeit zu verlieren. Würde sie die Meinung ihres Vizekapitäns interessieren, wäre er sicherlich nicht einfach an die Öffentlichkeit gegangen. Er muss schon einen ganz schönen Hals geschoben haben, verständlicherweise.
Der lahm hat recht und damit basta.Die Reaktion der Führungsetage ist erbährmlich.Zum Glück bin ich kein Bayernfan.
Wer kann schon Kritik gut vertragen?
OK, aber ein so intelligenter Mensch wie Lahm hätte sicher schon längst mit den Verantwortlichen im Verein gesprochen, wenn es im Verein eine gute Umgangskultur gäbe. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Da ist es dann eine Notlösung, die in Arroganz verharrenden und blind gewordenen Rummenigge und Hoeneß und Co. eben auf diesem Weg, den Lahm beschritten hat, auf ihre Fehler hinzuweisen, zumindest wachzurütteln.
Und recht hat er, wenn er die Millionen-Jongleure an der Vereinsspitze mal auf einem für diese Herren schmerzlichen Weg ins Gebet nimmt und sagt, was er - und viele viele andere, lieber Herr Hoeneß - auch empfinden. Auch wenn man mal Manager des Jahres oder sowas ähnliches geworden ist, ist das keine Garantie für dauerhaft gute, entsprechende und angemessene Leistungen! Nicht der teuerste Spieler, nicht der teuerste Trainer usw. sind die besten Lösungen, sondern die auf einander abgestimmten und angepassten Lösungen sind die besten.
Man hat ja einen sehr prominenten Spieler gehört, der im Interview sagte, “das sind nicht meine Worte”. Entweder denkt der nicht mit oder er kann es nicht. Da kann ich nur sagen, sind Sie froh, mit Lahm jemanden zu haben, der was im Kopf hat!
Herr Hoeness, seien Sie bitte trotz und wegen des SZ-Interviews froh, eine Persönlichkeit wie Philipp Lahm in den Reihen des FC Bayern zu haben. Sie sind gut beraten, sich im persönlichen Gespräch mit Lahm und dessen Kritik inhaltlich auseinander zu setzen anstatt ihm zu drohen, dass er sein Interview noch bedauern werde. Schließlich hat Lahm seine Kritikpunkte ehrlich und nicht unfair gegenüber seinem Verein und seinen Kollegen benannt. Das sollte erlaubt sein. Andere Spieler tun dies vermutlich nur im privaten Kreis oder gegenüber ihrer Ehefrau - wenn überhaupt. Aber hilft das dem Klub weiter, bringt es ihn voran?
– ich gebe einschränkend zu, ich weiß nicht, inwieweit Team & Klubführung intern diskutieren und Abmachungen bezüglich von Interview-Aussagen getroffen haben –
Man merkt Lahms Worten an, dass er die Situation mit Herzblut für seinen Klub analysiert, nicht um dem Verein zu schaden. Zugegeben, der Zeitpunkt nach der Bordeaux-Niederlage mag dem Mannschafts- und Klub-Gefüge kurzfristig schaden. Aber: Was falsche Zeitpunkte betrifft, kommt Kritik wohl für viele, die sich ansgesprochen fühlen, oft zum falschen Zeitpunkt und Lahm hat nun einmal empfunden, sich genau jetzt genau so zu äußern - kritisch und im Sinne konstruktiver Verbesserungsvorschläge. Und seine Kritik ist alles andere als dumm. Ich nenne ihn einen mündigen & intelligenten Profi und eine dem Klub gegenüber loyale Spielerpersönlichkeit mit dem Mut, sich auch kritisch zu äußern.
Deshalb: Seien Sie froh, dass Sie ihn haben. Kritisieren Sie ihn in ihrem Gespräch, aber behandeln Sie ihn bitte fair und bedenken Sie, dass er sich letztlich - wie Sie - um das Wohl des Vereins sorgt und genauso unter schlechten Ergebnissen leidet wie Sie.
Ich beobachte die Entwicklug bei den Bayern schon seit längerem und muss sagen - ungeachtet dessen ob Lahm jetzt mit seinen Worten den Kern des Problems trifft - daß er als Profi wissen muß wann man solch einen Schritt in Richtung Press vollführt und wann nicht.
Es ist nun mal so, daß es wohl keinen schlechteren Zeitpunkt für ein enthüllendes Interview in der Form geben konnte. Warum ausgerechnet vor dem Spitzenspiel gegen Magath? Ich denke mal, daß er genau wußte was er da macht und damit auch schon einen Schritt vorwärts denken konnte. Gerade der Zeitpunkt war glaube ich entscheidend um Spieler, Trainer, Verantwortliche und alle im Umfeld des Vereins wachzurütteln. Allerdings nimmt er damit auch in Kauf, daß dies auf Kosten der sportlichen Leistungen passiert. Für einen kommenden Spielführer der Bayern oder gar der Nationalmannschaft halte ich das für arg bedenklich.
Oder sind das doch erste Anzeichen für einen Weggang von Lahm (?) - wenn ich das Interview in der Süddeutschen lese, würde ich spontan auf Barcelona tippen.
Es war auch für mich glaube das erste Mal, daß ich einen Profi derart offen über die Misslage bei seinem Klub sprechen gehört habe. Ein Profi, der wohlbemerkt immer noch da spielt und keine dreckige Wäsche wäscht.
Für die Worte an sich mein Respekt! Aber die ganze Herangehensweise von Lahm halte ich für etwas unprefessionell. Meine Meinung.
raffa
Hoeneß sollte bei seinen Würstchen bleiben: Lahm hat völlig recht und hat die desaströse Situation beim FC Arroganz vollkommen richtig beschrieben. Man kann nicht jahrelang einfach nur mit viel Kohle gute Spieler woanders wegkaufen, sondern muß auch ein System für eine Mannschaft haben. Kein Wunder, daß es nicht so klappt, wie gedacht und die Trainer sich dann die Klinke in die Hand geben, die können schließlich nichts für die verkorkste Transferpolitik.
Respekt .. der kleine, grosse Mann sprach knallhart die Wahrheit, Respekt.
Der Hoeness muss es auch wenns hart ist akzeptieren, der Rummenigge genauso, der war doch der Klinsmann verpflichtet hat, der redet nur gross raus wenn es bei Bayern läuft, sonst versteckt er sich nur, aber das ist ja inzwischen bekannt was der für n “linke … ” ist.
Die Herren(Rummenigge, Hoeness) sollen sich mal selber überprüfen, statt Kaiser und mündige Spieler versuchen zu bevormunden.