Offener Brief: Stell dir vor, es ist Fußball – und keiner darf hin!

Liebe Freunde des gepflegten Fußballs,

uns eint alle dasselbe. Woche für Woche stehen wir im Stadion, sitzen vor dem Fernseher, vor dem Radio, dem Internet oder nur dem Liveticker im Videotext und fiebern mit unserer Mannschaft mit. Nicht jede Woche mit Erfolg, aber das ist uns egal. Unser Herz hängt an unseren Mannschaften und egal, ob Liga 3, Liga 2, Liga 1 – wir halten die Treue. Mit Freude schauen wir gerne in die Fanblöcke oder sind mitten drin, um unser Team lautstark nach vorne zu schreien oder unseren Block mit Fahnen, Doppelhaltern oder Transparenten bunt zu machen.

Doch mit Grauen müssen wir dann bei nahezu jeder Gelegenheit hinnehmen, dass es Menschen gibt, die unseren schönen Sport zerstören. Ich spreche hier von unzähligen Spielunterbrechungen durch das rücksichtslose Abbrennen von Pyrotechnik, dem Werfen von Böllern oder am schlimmsten: dem Abfeuern von Leuchtraketen in Richtung anderer Zuschauerbereiche oder auf das Spielfeld. Durch diese sinnlosen Aktionen wird der Ruf von vielen Vereinen immer wieder beschädigt und jeder normale Fan muss sich in der Folge unzähligen Repressalien aussetzen, um zu einem Spiel seines Vereines zu kommen.

Noch mehr Unverständnis baut sich in Folge auf, wenn in den „Ultrablöcken“ anschließend dutzende Transparente gegen Stadionverbote oder den personalisierten Ticketverkauf gehisst werden. Auch Vereinigungen von mehreren Vereinen zur Legalisierung von Pyrotechnik wirken angesichts des unverantwortlichen Verhaltens einiger Weniger mehr als schizophren. Doch mehr als der Ruf – der bei einigen Vereinen leider schon seit mehreren Jahren ruiniert ist – leiden die Vereine selbst unter solchen Vorfällen. Eine Vielzahl der Teams im Profifußball kämpfen mit leeren Kassen und jedes Jahr aufs Neue damit ums Überleben. Verschuldung und damit keine Chance auf Transfers von neuen Spielern sind die Folge. Da ist es kontraproduktiv, dass diese Vereine immer und immer wieder Geldstrafen hinnehmen müssen, durch ein Verhalten, welches nicht in die Öffentlichkeit gehört. Damit schadet jeder seinem Herzensverein, für den er angeblich alles gibt.

Doch auch diejenigen, die für einen bunten Support stehen und jede Woche durch die Republik reisen, müssen leiden: Geisterspiele oder Spiele ohne Auswärtsfans sind die Folge. Leere Ränge, keine Stimmung, keine Fahnen, keine Trommeln, niemand der die Vereinshymne mitsingt, niemand der seinen Schal schwenkt. Wer will das schon? Stell dir vor, es ist Fußball – und keiner darf hin! Stell dir vor, du kannst Fußball nur noch im Fernsehen schauen! Stell dir vor, aus Sicherheitsgründen werden die Stehblöcke wie in England abgeschafft! Möchten wir das? Nein!

Doch wenn diejenigen, die sich nicht belehren lassen, so weitermachen, werden uns solchen Szenarien drohen. Und bunte Blöcke mit lautstarker Unterstützung für unsere Mannschaften gehören der Vergangenheit an. Eine Horrorvorstellung.

„Das einzige was bleibt, auch wenn es dich zum Wahnsinn treibt. Wohin du immer gehst, ist der Verein zu dem du stehst!“

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