SSV Ulm 1846: Erneute Insolvenz – Eine Chronik des Abstiegs

Logo: SSV Ulm 1846

Logo: SSV Ulm 1846

Es sind immer wieder die kleinen, unbekannten Mannschaften, die durch ihre Aufstiege Farbe in die Bundesliga bringen. Denken wir doch einmal an Teams wie die TSG 1899 Hoffenheim, den FSV Mainz 05, den VfL Wolfsburg oder solch „Exoten“ wie die Kiez-Kicker vom FC St. Pauli. All diese Mannschaften spielten noch vor wenigen Jahren in den Niederrungen des deutschen Fussballs und sorgen doch hier und da für Aufsehen in Liga eins. Doch wer erinnert sich noch an solche Teams, die nur ein Jahr lang Bundesligaluft schnupperten und dann genau so schnell wie sie kamen, wieder verschwanden. Das Paradebeispiel hierfür ist wohl der SSV Ulm 1846.

Es war die Saison 1997/98 als die „Spatzen“, unter der sportlichen Leitung von Trainer Ralf Ragnick, den Aufstieg in Liga zwei schafften. Es dauerte nur ein Jahr, da gelang den Ulmern die Sensation und man schaffte den Durchmarsch in Liga 1. Im der Saison 1999/2000 gastierten Mannschaften wie der FC Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 im Donaustadion. Am Ende stieg man wieder in die zweite Liga ab, einen bleibenden Eindruck hinterließ man trotzdem. Leider zum Leidwesen der Ulmer, denn die präsentesten Erinnerungen sind gleichzeitig nicht die Positivsten. So ist die höchste Niederlage des SSV zu erwähnen. Am 18. März 2000 verlor man zu Hause mit sage und schreibe 1:9 gegen Bayer 04 Leverkusen, der Anfang vom Ende in Liga 1. Doch auch das Skandalspiel gegen den FC Hansa Rostock ging in die Geschichtsbücher ein. Schiedsrichter Herbert Fandel zeigte insgesamt vier Ulmer Spielern die rote Karte und schickte Trainer Martin Andermatt auf die Tribüne – Ligarekord.

Nach dem Abstieg in Liga 2 folgte der tiefe Fall des SSV Ulm 1846. Erst schaffte man den sportlichen Klassenerhalt nicht, bevor man auch noch die Lizenz für die Regionalliga verlor. Was folgte war die Insolvenz, sowie der Zwangsabstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Hier schaffte man 2007/08 den Aufstieg in die Regionalliga Süd. Doch neben all den Negativschlagzeilen sorgte der SSV auch für Überraschungen. Als erste Mannschaft aus der fünften Liga konnte man ein Spiel im DFB-Pokal gewinnen. Man schlug am 26. August 2001 den 1. FC Nürnberg mit 2:1.

SSV Ulm 1846 – Die Tragödie geht weiter

Große Spieler brachten die Ulmer hervor. So waren es nahmen wie Uli Hoeneß, Dieter Hoeneß, Anton „Toni“ Turek, Sascha Rösler und Mario Gomez trugen bereits das Trikot der „Spatzen“. Doch das Pech verfolgt den SSV, in dieser Saison musste man erneut die Insolvenz beantragen und steht bereits jetzt als Absteiger aus der Regionalliga Süd fest – der lange Abstieg eines Ex-Bundesligisten geht damit in die nächste Runde.

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>