UEFA-Cup: Papier-Kugel besiegelt Aus von HSV im Nord-Derby

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Es war dis bisher beste aller Nord-Derbys zwischen dem HSV und Werder Bremen in dieser Spielzeit. In einem echten „Fußball-Krimi“ setzten sich die Gäste aus Bremen letztlich mit 3:2 durch – womit Werder am 20. Mai in Istanbul auf Schachtjor Donezk trifft. Die zum vorentscheidenden 3:1 für Werder führenden Ecke wurde dabei ausgereichnet von einer kleinen Papier-Kugel eingeleitet, die von einer vorangegangenen Choreographie der HSV-Fans auf den Tribünen stammte. Der Däne Gravgaard stolperte in der 82. Minute genau über diesen „Schnipsel“, woraufhin der Ball ins Aus zur Ecke kullerte. Der anschließende Eckball, getreten vom überragenden Diego, wurde dann über Almeida zu Baumann weitergeleitet, der nur noch den Kopf hinhalten musste.

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Noch im ersten Durchgang sah es so aus, als würden die Hausherren das Final-Ticket buchen. Olic brachte den HSV nach 12 Minuten in Führung. Nach knapp einer halben Stunde kam Werder aber durch ein Klasse-Zusammenspiel zwischen Pizarro und Diego zum zu dem Zeitpunkt etwas überraschenden Ausgleich. Das Tor ihres Spielmachers setzte bei den Grün-Weißen scheinbar neue Kräfte frei. Die Gäste intensivierten ihre Angriffs-Bemühungen – in der 37. Spielminute lenkte Rost einen satten Distanzschuss von Diego gerade noch an die Latte.

Auch nach dem Wiederanpfiff blieb Bremen die spielbestimmende Mannschaft. Nach 66 Minuten schockte der ansonsten souveräne Rost seinen Trainer mit einem folgenschweren Patzer – der HSV-Keeper faustete einen mittig platzierten Schuss von Pizarro direkt ins eigene Tor. Urplötzlich waren die Rollen vertauscht – nun musste der HSV unbedingt noch einen Treffer erzielen, um nicht auszuscheiden. Trochowski und Alex Silva scheiterten in der Folge jeweils mit Versuchen aus der Distanz.

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Acht Minuten vor dem Schlusspfiff kam es dann zum besagten „Malheur“ mit dem Papier-Kügelchen. Nach dem Kopfball-Tor von Baumann verkürzte Olic in der 87. Minute noch auf 2:3 aus Sicht des HSV. In der Schlussphase wurde es noch einmal turbolent im Werder-Strafraum, als der mit nach vorne geeilte Rost plötzlich zu Boden fiel – der Pfiff des belgischen Schiris de Bleeckere blieb aber aus. Am Spielstand änderte sich nichts mehr – dank der höheren Zahl der Auswärtstore darf Werder nun vom ganz großen Wurf träumen. Zuerst geht es am 20. Mai nach Istanbul, zehn Tage später steigt das DFB-Pokal-Finale gegen Leverkusen. Der HSV hingegen scheint nun auch die letzten Titelschancen in dieser Saison verspielt zu haben – verrückt: Noch vor ein paar Wochen träumte man bei den Hanseaten sogar vom „Tripel“.

Gegen Donezk muss Werder allerdings auf Spielmacher Diego und Stürmer Hugo Almeida verzichten – beide Spieler holten sich im gestrigen Rückspiel in der HSH Nordbank-Arena jeweils ihre zweite Gelbe Karte im Wettbewerb ab. Zum unglücklichen UEFA-Cup-Aus meinte HSV-Schlussmann Rost gegenüber der „Hamburger Morgenpost“: „Wir haben den Bremern zu viele Räume gelassen. Ich denke aber, dass man kurz vor Schluss Elfmeter geben kann. Man braucht eben auch das Quäntchen Glück, das uns heute gefehlt hat.“ Auf seinen Patzer beim 2:1 für die Gäste angesprochen, lieferte der Keeper folgende Begründung: „Bei so vielen Spielen kann so etwas mal passieren. Solche Kleinigkeiten entscheiden letztlich das Spiel.“

Foto: pixelio.de / Nils

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Am kommenden Sonntag finden die „Nordischen Festspiele“ mit der Liga-Begegnung beider Teams im Weserstadion ihren Abschluss – dann kann sich der HSV noch einmal sowohl für DFB-Pokal-Aus als auch für das Scheitern im UEFA-Cup revanchieren. Als eindeutiger Sieger der Derby-Festspiele dürfte aber jetzt schon Werder Bremen feststehen.

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