Uruguay vs. Ghana: 5:3 n. E. – Elfmeter-Drama um Asamoah Gyan

Foto: Redaktion

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Der Traum vom historischen Halbfinale für Afrika ist geplatzt! Sie haben gehofft, gebetet – und waren so dicht davor, als erste afrikanische Nation der WM-Geschichte überhaupt in die Runde der letzten Vier einzuziehen: Die „Black Stars“ von Ghana unterlagen schließlich in einem echten Drama erst nach Elfmeterschießen gegen Uruguay mit 3:5. Dabei hätte Asamoah Gyan – bisher dreifacher WM-Torschütze – das Aus in der allerletzten Sekunde der Verlängerung noch abwenden können. Nach der rettenden Hand von Luis Suarez auf der eigenen Torlinie sah dieser Rot und musste von der Seitenlinie aus mit anschauen, wie der vom Punkt sonst immer so souveräne Torjäger der Ghanaer antrat – und den Ball gegen das Gebälk donnerte! Dramatik pur in der Schlussphase, die im Tränenbad vom Soccer City Stadium endete – wir haben alle Tore und Highlights noch einmal auf Video in unserer großen Spielnachbetrachtung zu Uruguay gegen Ghana.

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Forlan-Freistoß bringt den Ausgleich in einem müden Kick

Die reguläre Spielzeit hatte außer den beiden Toren durch Inter-Star Sulley Muntari und Diego Forlan per Freistoß nicht viel Aufregendes zu bieten. Bei beiden Treffern standen die Keeper der jeweiligen Gegner im Blickpunkt. Kurz vor dem „Pausentee“ ließ das „Enfant Terrible“ Ghanas seinen gegnerischen Schlussmann Muslera alt aussehen. In der 55. Minute besorgte Superstar Forlan mit einem schön anzuschauenden Freistoß – aber auch mit freundlicher Unterstützung von Ghanas Keeper Kingson – den 1:1-Ausgleich.

Die nervenaufreibende Schlussphase in der anschließenden Verlängerung entschädigte dafür um so mehr für die vorher dargebotene Fußball-Schmalkost: 120 Minuten waren bereits absolviert, als es urplötzlich noch einmal richtig hektisch im Strafraum der „Urus“ zuging.

Suarez und die „Hand Gottes“ – Asamoah Gyan verschießt Elfmeter und die Hoffnung Afrikas

Nach einem Riesen-Tohuwabohu direkt vor dem Kasten von Muslera kratzte Suarez einen Kopfball von Adiyiah in bester Keeper-Manier mit der Hand kurz vor dem Einschlag noch von der Linie – eine Großtat, wie sich später noch herausstellen sollte! Der portugiesische Schiri Olegario Benquerenca zeigte dem Doppel-Torschützen vom Achtelfinale freilich die Rote Karte – womit die WM für den Eredivisie-Stürmer auch im Falle einer Finalteilnahme seines Landes womöglich schon vorzeitig gelaufen sein könnte.

Zum fälligen Strafstoß trat der Mann an, der auch schon in der Gruppenrunde zwei Mal sicher vom Punkt aus verwandelt hatte – Asamoah Gyan. Doch bei seinem vielleicht wichtigsten Elfmeter seiner noch jungen Karriere versgaten ihm die Nerven. Mit voller Wucht prallte der Ball an die Oberlatte – und von dort aus direkt ins Toraus. Der Schiedsrichter pfiff direkt danach die Partie ab und ludt zum alles entscheidenden Elfmeterkrimi.

Uruguay vs. Ghana Elfmeterschießen – Abreu rotzfrech

Als erster Schütze Ghanas trat dort auch gleich wieder Asamoah Gyan an, um seinen Fehler nur wenige Sekunden zuvor wieder auszubügeln. Der gerade erst einmal 24-Jährige bewies Nerven und Moral – sein Schuss landete platziert im Netz und ließ die rund 80.000 Fans im Soccer City Stadium wieder hoffen. Auch Appiah – genauso wie Forlan, Victorino und Scotti auf Seiten der „Urus“ – verwandelten souverän vom Punkt aus.

Für die große Schrecksekunde sorgte dann ausgerechnet Ghanas Kapitän John Mensah, der mit kurzem Anlauf an Muslera – dem „Elfer-Killer“ – scheiterte. Riesenjubel im Stadion brach wiederum direkt danach aus, als Pereira den Ball bei seinem Versuch hoch in die Wolken von Johannesburg jagte. Der Glaube an die Riesensensation, den Stehauf-Effekt nach einem schier nie enden wollenden Wechselbad der Gefühle war plötzlich wieder da!

Doch auch der vierte Elfer der Ghanaer, geschossen von Youngster Adiyiah, landete in den Armen des „Uru“-Schlussmanns. Danach konnte der eingewechselte Sebastián Abreu alles klar machen – und er tat es auf rotzfreche Art und Weise: Locker, lässig „chippte“ der erfahrene Oldie den Ball in die Mitte des Tors – Ghanas Keeper Kingson war bereits unterwegs in die rechte Torwartecke und konnte nur noch mit anschauen, wie sich die Kugel in Slow-Mow neben seinen Füßen ins Netz senkte. Ghana war draußen – und Uruguay eine Runde weiter! Nach Gastgeber Südafrika schickte der Weltmeister von 1930 und 1950 auch „Baghana Baghana“ vorzeitig nach Hause. Für die vieltausend mitfiebernden Fans im Soccer City Stadion zerbrach eine kleine Welt – den Südamerikanern um Europa-League-Sieger Diego Forlan werden die Einheimischen wohl im restlichen Verlauf des Turniers nicht unbedingt die Daumen drücken.

„Wenn es gut ausgegangen wäre, wäre es ein Märchen gewesen.“

Während „Uru“-Coach Oscar Tabarez vor Stolz platzte, trauerte Ghanas Trainer Milovan Rajevac der verpassten Chance auf den historischen Halbfinaleinzug nach: „Alles, was ich sagen kann: Das ist Fußball. Am Ende hatten wir die historische Chance auf das Halbfinale. Heute haben wir gemerkt, dass uns zwei Spieler gefehlt haben. Wir hatten mehr Chancen, der Gegner brauchte einen Freistoß zum Ausgleich. Die Unterstützung war großartig, wenn es gut ausgegangen wäre, wäre es ein Märchen gewesen.“

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