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Wembley-Tor 2010: Deutschland vs. England - Die Rache für 66

Logo: DFB

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Was war das gestern für ein Spiel! Der 4:1-Sieg von Deutschland gegen England im Achtelfinale wird in die WM-Annalen eingehen - “Die Rache für 66″ schrieb einen Tag später das spanische Blatt “El Mundo Deportivo” und sprach damit vielen deutschen Fans aus dem Herzen. WM-Geschichte wiederholt sich bekanntlich immer wieder - wie mit dem Wembley-Tor 2010 in der 38. Spielminute von Frank Lampard. Speziell die erste Hälfte in Bloemfontein hatte es in sich - und gehörte zu den vielleicht spekakulärsten ersten 45 Minuten seit mehreren WM-Jahrzehnten! Im zweiten Durchgang erlebten die Fans vor den TV-Bildschirmen dann das Comeback des “Bombers” Müller mit der Trikotnummer 13. Wir haben den packenden Fight im Fußball-Klassiker zwischen Deutschland und England inklusive des Wembley-Tors natürlich für euch noch einmal auf Video zusammengefasst und die Leistungen der DFB-Akteure einzeln benotet.

Beinahe hätte das Spiel gestern mit einem Paukenschlag begonnen: Özil wurde in der 4. Minute von Müller perfekt in Szene gesetzt, doch der Bremer zeigte wie schon beim Auftaktspiel gegen Australien Nerven und vergab freistehend vor Keeper David James die frühe Führung. Nach 20 Minuten versetzte Bayern-Stürmer Miroslav Klose mit seinem unbändigen Willen und Zug zum Tor dann ganz Fußball-Deutschland in Extase.

Klose-Tor: Der pure Wille zum Erfolg!

Ein weiter Neuer-Abschlag landete direkt bei dem nach seiner Gelb-Rot-Sperre in die Startelf zurückgekehrten Angreifer - Klose tankte sich unwiderstehlich gegen Upson durch, der wiederum mit grenzwertigen Mitteln noch versuchte, das Schlimmste abzuwenden. Vergebens! Wie in alten Tagen jagte der nach seinem Platzverweis gegen Serbien unter Beschuss geratene DFB-Stürmer die Kugel noch im Fallen ins Netz. Für alle Fans war spürbar, dass Klose etwa gutmachen wollte. Und er tat es - mit seinem Tor zum 1:0 für Deutschland, der Auftakt zu einem irren, mehr als nur denkwürdigen Fußball-Nachmittag!

England war vorher und auch danach noch übehaupt nicht präsent, was sich aber später schlagartig ändern sollte. Zunächst sorgte “Poldi” aber nach einem weiteren klasse Zuspiel von Müller zum zweiten Mal für Jubelorgien auf den Fanmeilen hierzulande und vor den Mattscheiben zu Hause. Müller spielte den Ball genau getimt zum Kölner, der aus spitzem linken Winkel brachial einnetzte - 2:0, der große Fußball-Erzfeind von der Insel schien geschlagen!

Doch nur fünf Minuten später machte Upson seinen Patzer in der Defensive wieder wett, als Neuer nach einer Gerrad-Flanke ins Leere griff und der englische Abwehrturm mit der Rückennummer 15 zum 2:1-Anschlusstreffer einköpfte. Plötzlich spielte sich England in einen Rausch - nur wenige Sekunden nach dem Anschlusstor hämmerte Lapard die Kugel unter die Latte und - ganz deutlich auch zu sehen - hinter die Torlinie.

Wembley-Tor 2010: WM-Geschichte wiederholt sich immer wieder - “Jetzt steht es 1:1!”

Doch das Schiedsrichter-Gespann um den Uruguayer Jorge Larrionda zuckte nicht einmal. Unter lauten Protesten der Briten lief die Partie einfach weiter, in den englischen Kommentatorenkabinen flogen reihenweise die Mikofone durch die Luft. Die WM 2010 hatte ihr eigenes “Wembley-Tor” - nur genau spiegelverkehrt - exakt 44 Jahren nach dem Original im Finalfiasko vom Wembley-Finale 1966 zwischen Deutschland und England. Damals zählte das Tor von Geoff Hurst, das keins war - England gewann mit 4:2 nach Verlängerung. Bei dieser WM wurde den Engländern ein klarer Treffer aberkannt - die Partie hätte beim Stande von 2:2 wieder von Null angefangen. Das “Bloemfontein-Tor” wird wohl noch viele Wochen oder gar Jahre lang für Gesprächsstoff sorgen. “1966 ist es anders ausgegangen, jetzt steht es 1:1″, sagte Klose nach dem Schusspfiff - und auch Abwehrspieler Per Mertesacker bohrte noch einmal in der Wunde. “Man sieht sich immer zwei Mal im Leben”, flachste er.

Im zweiten Durchgang kam es dann, wie es fast schon kommen musste: England drückte auf den Ausgleich - die Deutschen, allen voran “Mini-Bomber” Thomas Müller, konterten den Gegner mustergültig aus. Eine tolle “Schweini”-Müller-Kombination endete mit dem zweiten WM-Treffer des Bayern-Youngsters - 3:1 für Deutschland! Doch es sollte noch dicker für die Engländer kommen: Nach rund Minuten sprintete Özil der gesamten rechten Abwehrseite der Briten davon. In der Mitte war Müller mitgelaufen, Özil passte zielgenau ins Zentrum und tunnelte dabei auch noch seinen englischen Gegenspieler - Müller drosch aus vollem Lauf einfach rauf und trieb Millionen von Fans zu Hause zum vierten Mal Gänsehaut auf den Nacken.

“Die Engländer können nichts!”

Das 4:1 war der höchste Sieg einer deutschen Auswahl gegen England in der gesamten WM-Historie! Warum “Jogis” Jungs ihre Fans vor allem Anfang der zweiten Halbzeit so lange zittern und den Gegner spielen ließen, erklärte Schweinsteiger nach dem Abpfiff wie folgt: “Wir haben die Engländer das Spiel machen lassen, weil wir wussten, dass sie das nicht so gut können.”

Natürlich warteten viele Fans gespannt auf das Echo der Presse - vor allem darauf, wie die 1:4-Pleite und natürlich das Remake des Wembley-Tors auf der Insel aufgefasst werden würde. Überraschend kritisch gingen dabei einige mit den eigenen Recken ins Gericht. “Das Spiel wurde nicht verloren wegen Larriondas Fehlentscheidung. Es wurde verloren wegen Englands Schwäche in der Abwehr”, zog beispielsweise der Sender Sky Sports ernüchternd Fazit. “England macht ein Nickerchen - Lampard wurde ein Tor aberkannt, aber die Deutschen verdienen den Sieg”, schrieb der “Daily Mirror”. Die “Sun” hingegen schoss sich voll und ganz auf die Schiedsrichter-Fehlentscheidung und das Wembley-Tor 2010 in der 38. Minute ein: “Ein unnützer Schiedsrichter - südamerikanischer Offizieller erkennt Tor ab.”

Deutschland - England: 4:1 (2:1) - Spielernoten von fussball eXtreme

  • Tor: Neuer - 1-
  • Abwehr: Lahm - 3-, Mertesacker - 3, Friedrich - 1, Boateng - 2
  • Mittelfeld: Khedira - 2, Schweinsteiger - 2, Müller - 1, Özil - 2+, Podolski - 2, Trochowski (ab 72. Minute für Müller) - 3,
  • Sturm: Klose - 2, Gomez (ab 72. Minute für Klose) - 4, Kießling (ab 83. Minute für Özil) - o. B.
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